Heilpraktiker Börner - Lebenswerk

Persönliches

  • Power Nap

    Wir sind Tag und Nacht umgeben von Informationsflüssen, um nicht zu sagen STRÖMEN von Einflüssen auf unser Gehirn. Aufgaben, Gedanken, Sorgen, Kinder, Familie, Job und nicht zuletzt der Dauergebrauch des Handys: E-Mails checken, WhatsApp, Facebook und CO.
    Um gesund und vital zu sein braucht der Mensch regelmäßige Pausen! Das Gehirn ist in der Lage 20min in Folge aufmerksam zu folgen und wirklich etwas auf zu nehmen. Danach wird es zur Überforderung für uns weitere Daten auf zu nehmen.
    Sonst entsteht Stress im gesamten System.
    Diese Ebene ist bei der Entstehung von Symptomen und deren Linderung nicht zu unterschätzen!
    Was können wir aktiv tun, um aus diesem Teufelskreis des Dauertuns und Dauerinformationskonsums aus zu steigen?

    Bewusstes Atmen
    Nimm dir einige Male vor Dich Deinem Atmen zu zu wenden. Dafür kannst du auf der Toilette sitzen, am Schreibtisch oder auch sonst wo.
    Atme bewusst tief ein, bis die Bauchdecke sich hebt und aus, bis sie sich wieder senkt. Nach einigen Malen denkst du beim Einatmen: ich bin leicht. Und beim Ausatmen: ich gebe Ballast ab.
    Diese Übung kannst du alle 30min machen. Nur für einige Augenblicke bis du merkst,dass du zentrierter, ruhiger, konzentrierter oder auch wacher bist: am Anfang kann es auch sein, dass eher das Gegenteil passiert und du deine Nervosität, Verspannung, Wut oder was auch immer da gerade geschlummert hat, wach geküsst wurde. In dem Fall kannst du auf die Gefühlsintegrationsübung eines vorigen Blocks zurück greifen.

    Handyfreie Zonen einräumen
    Es ist zum zweiten Ich geworden: das Smartphone! Ohne fühlen sich viele Menschen nackt, alleine, seltsam.
    Vor allem zwei Stunden vor dem Schlafen wäre es wichtig das Handy nicht mehr vor die Augen zu halten. Das Blaulicht macht es unserem Hirn schier unmöglich ab zu schalten und in den Tiefschlaf zu sinken.
    Wenn dieses Ritual geschafft ist, versuche doch Dir klare Handyfreie Zonen ein zu räumen: während dem Essen, im Bad, während du dich unterhältst und baue es immer weiter aus! So nimmst du wieder mehr am Leben Teil und eher Informationen auf, die dein Gehirn verarbeiten kann.

    Power Nap
    Mittags einfach 10-20 Minuten wirklich abschalten wirkt WUNDER! Zu Beginn kann es sein, dass du das Abschalten üben musst oder gleich so tief in den Schlaf sinkst, dass du beim Wecker klingeln meinst nicht mehr wach werden zu können.
    Beim nicht einschlafen können lass dir Zeit! Gib deinem Körper einige Tage, um sich zu gewöhnen und mach davor die Atmen Übung!
    Beim Nicht wach werden: mach 10 Kniebeugen und trinke 0,5l Wasser oder mache noch einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft.

    Wenn du solche Inseln für dich im Alltag integrierst, lernt dein System wieder sich zu regenerieren und kann tatsächlich wieder intensiver Informationen aufnehmen und verarbeiten.

    Sollte Dich das Thema „Rituale in den Alltag integrieren“ tiefer interessieren, melde dich gerne bei mir : healthyways@t-online.de

    Sollte dein Stresspegel schon zu hoch sein, ist ein körperlicher Status sinnvoll. Falls das bei dir der Fall sein sollte sind wir gerne im Zentrum für dich da!

    Ganz herzliche Grüße vom Sofa Kurz vor der nächsten Atemübung 😉 Deine Ines

  • Kleine Alltagswunder durch Gewahrsein

    Mein Schwiegerpapa kommt bei uns zur Tür rein und kaum grüßend schlappt er ins Wohnzimmer und brummt vor sich hin. Ich bin irritiert und merke wie in mir der Mindfuck los geht: hab ich was falsch gemacht? Ist es ihm nicht recht unseren zweitjüngsten Spross für eine Weile mit zu nehmen?
    Ich spüre wie sich Irritiertsein in Genervtsein verwandelt in mir darüber, dass er nicht äußert was ihn stört. Dass er nicht mal grüßt und sich so unfreundlich verhält.
    Moment mal. Ich atme kurz durch, nehme mein Gefühl wahr. Das Genervtsein sitzt mir auf der Brust, mein Herz beginnt zu rasen und im Kopf entsteht Druck.
    Ich nehme diese Gefühle wahr und sehe, dass ICH sie erzeugt habe durch meine vorangegangenen interpretativen Gedanken über meinen Schwiegerpapa.
    Nachdem die Gefühle abflachen frage ich ihn: ist alles ok? Gibt es etwas, das Dich stört?
    Es gibt diesen tolle Spruch: wir interpretieren das Verhalten anderer und sind dann wegen unserer eigenen Gedanken beleidigt.
    Dieser Spruch beschreibt herrlich was da in mir vor sich ging. Bevor ich überhaupt wissen kann was mit dem Mann los ist beginnt mein Geist schon Theorien darüber auf zu stellen und ich produziere Gefühle daraufhin.
    „Nein es stört nichts und eigentlich ist auch alles ok. Mache mir nur Sorgen um meine Frau. Der Blutzucker war so immens hoch heute morgen.“

    Jetzt können wir in einen Austausch gehen und ich bin froh, dass ich meine Gefühle davor zu mir genommen habe und nun für ihn da sein kann.
    Andernfalls hätte ich diese Chance verpasst! Ich bringe ihm einen Espresso und höre zu.

    Probier es doch mal aus in der nächsten Situation mit einem Mitmenschen.
    Die genaue „Abfolge“ des Gefühlsintegrations-Tools findest du im vorangegangenen Blogbeitrag

    Über Erfahrungen und Feedback freuen wir uns!
    Entweder hier in den Kommentaren oder per E-Mail :

    healthyways@t-online.de

    Von Herzen Ines

  • Gefühlsintegration

    Von Kindheit an gelten in den unterschiedlichsten Familien Konstellationen, Werte und Regeln, die oft so tief verwurzelt sind, dass sie uns eng werden lassen. Über alles und jeden gibt es eine Klassifizierung über richtig und falsch, gut und böse, erwünscht und unerwünscht. So funktioniert er, unser lieber Verstand. Er wird geformt bereits im Mutterleib durch Gefühlsregungen der Mutter mit der wir über 9 Monate eins sind. Unsere Zellen sind mit den Zellerfahrungen all unserer Vorfahren verknüpft und vermutlich sogar mit allen existierenden Wesen. Das ist schon echt ein Knaller und beeinflusst uns mehr als wir ggf. in der Lage sind zu begreifen.
    Nun gut. Zurück zu den Gefühlen des Jetzt.
    Früh erfahren wir, uns an die Gegebenheiten und Gesetzmäßigkeiten unserer Welt, in die wir geboren werden, an zu passen, uns so zu verhalten, dass wir unsere Zugehörigkeit zum überlebenswichtigen Bezugssystem nicht verlieren. Und genau dahin führen die meisten Konflikte und Probleme des Lebens zurück. Zur Urangst durch ausgestoßen Sein nicht zu überleben. Und so lernen wir ggf. nie, uns unserer Natur entsprechend zu erfahren und zu erleben, sondern sind Tag täglich damit beschäftigt zu beweisen, dass wir gut genug sind, kein Versager sind und wollen andere Menschen, die Gesellschaft, das System „zufrieden“ stellen.
    Dafür unterdrücken wir nicht selten Gefühle, die in eben unserer Konstellation nicht akzeptabel waren wie Trauer, Wut, Scham, aber auch Freude und Zufriedenheit usw.
    Noch heute höre ich oft Menschen zu Kindern sagen: brauchst doch keine Angst haben!
    Das macht man nicht!
    Hör auf zu weinen!

    Mir passiert das auch! Dass ich sowohl bei mir als auch bei anderen gewisse Gefühlsregungen nicht aushalten kann.
    Wie geht das nun mit der genannten Integration?
    Der erste Schritt ist es, sich dessen gewahr zu werden und sich interessiert und bestenfalls liebevoll zu beobachten: „aha mein Mann ist wütend. Da schnürt es mir die Kehle zu. Aha dieses Gefühl erzeuge ich in mir. Aha wo sitzt dieses Gefühl eigentlich! In der Kehle.“
    Ich bin Meisterin darin geworden diese Phänomene in mir zu nehmen und zu umarmen und habe Tools entwickelt auch andere zu begleiten in diesem Prozess.
    Und sobald du bei DIR bist und dem was IN DIR entsteht, wirkt, tobt, hast du die Chance dein Leben wirklich in die Hand zu nehmen!
    Denn grundsätzlich herrscht eher noch der Tenor: „du hast mich traurig gemacht. Weil du so bist geht es mir schlecht.“
    Wir projizieren die Verantwortung für unser Innenleben nach Außen: und da gibt es genügend Felder! Die Kinder, den Partner, die Arbeit, die Politik, den Chef usw. und so fort.
    Doch ein selbstbestimmtes integratives Leben beginnt bei der Übernahme der Eigenverantwortung.
    Und durch das Üben des Nehmens der eigenen Gefühle und Gedanken bewegen wir uns blitzschnell in die Richtung auch wahr zu nehmen wann jemand anderes uns etwas überstülpen möchte
    Bis dahin sind wir meist recht orientierungslos und Verhaltensweisen wie Rechthabenwollen, Streit und unlösbare Konflikte oder immer wieder kehrende Situationen bestimmen unser so kostbares Leben.

    Also:
    Schritt 1: frage dich doch mal, weshalb jeder Mensch unterschiedlich auf ein und dieselbe Situation reagiert. Zum Beispiel beim Warten an der Supermarkt Kasse. Beim einen löst es Ungeduld aus, beim nächsten immensen Stress, ein anderer genießt die Pause und wieder ein anderer entwickelt Verschwörungstheorien über die nette Dame, die gefragt hat ob sie mit ihrer einzelnen Butter evtl. vor kann.

    Nimm wahr was in dir passiert, welche Gefühle du in dir entstehen lässt.
    Und öffne dich der Annahme, dass wirklich DU der Ursprung dieser Gefühle bist.

    Schritt 2: fühle das Gefühl. Hier ist es für viele Menschen von Nöten sich in diesem Fühlen einmal begleiten zu lassen.
    Du kannst es aber selbst ausprobieren, indem du ganz einfach mit der Aufmerksamkeit in deinen Körper gehst und beobachtest was da passiert. Was fühle ich? Wo? Und wenn du es fühlen kannst, sage dir innerlich: „aha“ oder „ich nehme es wahr“.

    Schritt 3: staune was passiert, wenn du dich diesen inneren Prozessen immer und immer wieder zuwendest!

    Es gibt so viele Teile in uns und so unendlich viele Möglichkeiten sie zu benennen, zu analysieren, verstehen und erklären zu wollen: all das ist aber nicht von Bedeutung.
    Was wirklich zählt ist das Gefühl JETZT für sich zu bejahen, zu fühlen und zu sich zu nehmen.

    Hast du Fragen dazu?
    Möchtest du mehr wissen?
    Dann kontaktiere mich gerne

    healthyways@t-online.de

    Nächstes mal erzähle ich von Alltagssituationen, in denen ich diese Tools anwende.

    Bis dahin alles Wundervolle Dir

    Von Herzen
    Ines

  • Das kleine Kind in dir!

    In jedem von uns lebt noch immer das kleine Kind! Wenn Du beginnst achtsamer durch den Tag zu gehen, die Entscheidung für dich triffst, bewusster wahrzunehmen, wirst du feststellen, dass dieser Kindliche Teil und alle damit in deinem Unterbewusstsein abgelegten Emotionen und Glaubenssätze sowie ganze Glaubenssysteme dich täglich mehr begleiten als Du es für möglich halten würdest … unser Unterbewusstsein saugt im Alter vom Moment der Geburt bis zum etwa 6. Lebensjahr alles, aber auch wirklich alles auf – ungefiltert, in vollem Umfang, positiv wie negativ was es aus der Außenwelt nur kriegen kann und es entsteht hier ein Fundament aus Grundemotionen, Reaktionsmustern, Psychosomatik. Hier fangen wir an, Realität und dazu gehörige Glaubenssysteme für ECHT zu halten und zu kategorisieren.

    Heute Vormittag habe ich meine süße Tochter Mira wieder in den Kindergarten gebracht. Wenn ich hier in die Präsenz gehe, und nur bei Ihr bin und nicht schon an spätere Aufgaben und Termine denke und schauen muss dass ich Sie schnell „abliefere“ um loszukommen, ist es wirklich eindrücklich was in mir vor sich geht! Es ist, als würde ich zurückversetzt in meine Kindergartenzeit. Der Geruch, die Wärme, das Knarren des Holzbodens, die Kleinen Garderoben, die Holzstühlchen, alles ist so vertraut und fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen. Und wenn ich genau hin spüre, kommt deutlich der Kontakt zu meinem kleinen Benjamin der mich immer wieder in meinem Alltag anstupst und sich meldet und Signale sendet ! Das können warme und schöne Gefühle sein, jedoch auch kühle und traurige. Durch meine 4 Kinder darf ich als „Erwachsener“ Mann, Ehemann, Vater und Geschäftsführer so viel wieder entdecken was ich zu sehen und zu fühlen verloren habe. In wirklicher Dankbarkeit, darf ich durch meine Kinder mich erinnern daran, dass wir mit allem was das Leben uns abverlangt von Grund auf ausgestattet sind. Kinder sind unsere absoluten Erinnerer, dass wir vieles von dem was wir uns mühevoll in unserem rationalen Denken zurecht gebastelt haben wieder verlernen dürfen um wirklich zu uns und in unsere Kraft zu kommen!

    Wenn du wacher wirst in deinem Leben und Du dir die Frage stellst – WER BIN ICH? dann fange an, in Ruhe hinzufühlen was Dir dein Herz und dein inneres Kind sagen – täglich. Und rechne damit, dass es Konsequenzen haben wird und du deine Komfortzone verlassen musst um Neuland zu betreten! Sind wir doch mal ehrlich… Wir  Großen, Erwachsenen und sowieso wir Chefs, wir meinen doch wir wüssten es besser ?! Und spulen unser konditioniertes Verhalten immer wieder aufs Neue ab! Jeden Tag, und wundern uns über wiederkehrende gleichbleibende Ergebnisse!?

    Wie Einstein einst sagte: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, immer wieder das selbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten!“ Also, als Tip – gerade auch für Führungskräfte – mache es dir zur spielerischen Aufgabe die nächsten 7 Tage bewusst deinen Gedanken zu lauschen, deinen Gefühlen und Körperlichen Reaktionen. Lass es einfach da ohne es weghaben zu wollen! SEI einfach mal wieder mit allen Anteilen die Dich ausmachen. Und dann, wenn Du eintauchst, darfst du kleine und große Wunder um dich herum in deinem Alltag beobachten. WENN du magst❤

    Euer Benjamin

  • Zuhause geboren

    Ursprünglich wollte ich in diesem Beitrag über das Thema Gefühlsintegration schreiben. Nun ist etwas Wundervolles dazwischen gekommen.

    Unendlich dankbar können wir verkünden:
    Unsere Tochter Dana ist am 30.01.2019 nachmittags in unserer Badewanne zuhause zur Welt gekommen.
    Und alle Geschwister waren dabei. So wie wir es uns gewünscht haben. Ja da haben mich schon einige Menschen gefragt ob das denn für die Kinder nicht schädlich oder verstörend sei. Meine Frage auf diese Frage lautet: wie weit sind wir von unserem ursprünglich natürlichen Sein entfernt, wenn zweijährige Knirpse schon massenweise Medienkonsum gewohnt sind und es einem auf der anderen Seite davor graust sein Kind das Wunder der Geburt seines Geschwisterchens erleben zu lassen? Und nein, ich habe nicht geschrien.
    Und die Geräusche, die am Schluss aus mir raus kamen hat die Oma erklärt: die Mama braucht jetzt ganz viel Kraft, damit das Kind kommen kann.
    Fühlen und sagen was IST haben wir verlernt. Mein Mann und ich erlangen diese Fähigkeit mühsam Schritt für Schritt wieder. Und ja, das ist teilweise anstrengend und frustrierend und es lohnt sich allemal!

    Beim Geburtsprozess hilft es ungemein sich auf das ein zu lassen was IST. Den Schmerz nehmen und JA zu ihm zu sagen, denn er hilft Stück für Stück dieses Wunder ins Leben zu holen, das sich 9 Monate entwickelt hat in Mamas Bauch.
    Das Vertrauen in den eigenen Körper, in das Kind und seine gewählte Geburtserfahrung war bei mir bei allen vier Kindern gegeben.
    Und auch die Bereitschaft alles andere zu akzeptieren wie z.B. einen Kaiserschnitt, wenn denn wirklich nötig wäre.
    So durften wir nun als Familie das Schönste erfahren: zuhause, gemeinsam, in vertrauter Umgebung und ohne Komplikationen. Und nun ist dieses kleine Wunder bei uns gelandet.
    Wir danken allen, die an uns gedacht haben und an uns denken, denn ich bin mir sicher, dass mich wie im ersten Blogbeitrag berichtet, das Feld der Frauen getragen hat und auch all die guten Gedanken und Wünsche aller Menschen, die so zahlreich mitgefiebert haben!

    Für uns heißt es nun zu sechst miteinander ankommen.
    Und ich finde es auch ok zu erwähnen, dass das nicht nur schön und rosarot ist.
    Gerne berichte ich in folgenden Beiträgen über die Themen Geschwister, Paarsein und Partnersein mit einer großen Familie und Frausein/Mannsein.

    Ganz herzliche Grüße

    Ines

  • Atmen

    Es begleitet mich schon lange, seit über 35 Jahren. Und ich nehme es immer häufiger bewusst wahr und es ist ein wirkliches Wundermittel: das Atmen.
    Es begleitet uns von Anfang bis Ende und ist lebensnotwendig: doch da es vom autonomen Nervensystem gesteuert wird, wir also bewusst nichts hinzutun müssen, schenken wir ihm kaum Beachtung. Es sei denn es schmerzt, fällt schwer oder man hat zum Beispiel eine Nasennebenhöhlen Entzündung und bekommt nachts keine Luft. Schonmal versucht zu schlafen in so einem Fall? Für einige Momente lernen wir das freie Durchatmen dann schon mal schätzen.
    Am Ende fließt der letzte Atemzug aus uns und dann ist Schluss.
    Was kann man also nun mit diesem Atmen „machen“ zwischen diesen beiden Ereignissen eines jeden menschlichen Lebens?
    Tja. Ich nutze es, um mich bewusst in den derzeitigen Moment zu katapultieren. Raus aus dem Gedanken-Chaos, raus aus dem Alltagsfunktionsmechanismus, der mich mit mir selbst und meinen Mitmenschen unachtsam werden lässt. Durch lange Yoga-Praktiken kann ich sehr tief in den Bauch und sogar bis ins Becken Atmen.
    Das war nicht immer so. Bis ich begonnen habe diesem Schatz, dem Atmen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich nur bis grad mal unterhalb des Kehlkopfes geatmet. Meine Brust hob sich kaum und genau so war mein Leben: angespannt, voller Hektik, Angst und Schrecken in mir.
    Durch das bewusste Atmen im Yoga lernte ich diese Blockaden in mir zu sprengen. Es wurden Gefühle frei, die mich daran hinderten mein Potenzial zu leben und ich konnte mehr und mehr einfach gelassen durchatmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Was mich früher aus der Bahn geworfen hat, zauberte mir plötzlich ein entspanntes Lächeln aufs Gesicht.
    Wer mich kennt weiß, dass ich kein Freund des Darstellens bin 🙂 deshalb kann ich euch sagen,dass es in meinem Leben genügend Momente gibt, in denen ich genau diese Praktiken vergesse und der normale Wahnsinn mich hat. Die Kinder treiben mich zu meinem inneren Vulkan ebenso wie mein geliebter Mann. Auch hier finde ich es wieder genial: nach einem Ausbruch kann ich mich darauf verlassen, dass die ausströmende Lava der hitzigen Worte und verletzenden Taten schneller abkühlt, wenn ich einen kurzen Moment aufs Atmen achte. Mich selbst zurück hole zu mir und meinem wahren Kern, der bei uns allen die Liebe ist. Ich atme ein – merke, dass es beim Brustbein einen Stop gibt, umarme meinen tobenden Teil in mir und atme aus – lasse alles los was mich im Status Vulkan Ausbruch hält: Ärger, Kontrolle, Rechthabenwollen, Streitenwollen usw.
    Ich atme weiter und sehe einfach mit jedem Ein und Ausatmen immer klarer was wirklich gerade IST. Ich fokussiere mich auf die Welt außerhalb meiner selbst und sehe zum Beispiel einen tobenden Mann, der sich ebenso in seiner Hirnverknotung festbeißt. Dann fällt mir der Spruch ein: lass dich nicht vom Drama anderer mit rein ziehen, sondern ziehe sie in deinen Frieden. Ich bekomme auf einmal Mitgefühl mit meinem Mann und kann sagen: ich verstehe dich! Lass uns durchatmen und schauen was wir JETZT tun oder lassen können, um zur Ruhe zu kommen.
    So hilft mir der Atmen in den gegenwärtigen Moment zu kommen und die nötige Ruhe und Gelassenheit zu kreieren.
    Was natürlich voraus geht bei mir sind jahrelange Prozesse der inneren Gefühlsintegrationspraxis. Über diese schreibe ich im nächsten Beitrag

    Bis dahin: gutes Durchatmen 🙂

  • Was tun wenn‘s nicht so läuft wie man sich das so schön vorgestellt hat?

    „Elternwerden ist nicht schwer, Elternsein dagegen sehr“

    Dieser altbackene Spruch geht mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf.
    Als Mama von vier Kindern und dazuhin mit dem Bewusstsein, dass wir die Verantwortung für unser Tun und Handeln tragen, komme ich im Alltag so manches mal ins Straucheln.
    Ich komme aus der systemischen Familientherapie und weiß um den Einfluss der Vorfahren und deren Glaubensmuster auf die Nachkömmlinge. On top weiß ich auch, dass Gedanken Materie erschaffen und ich mit dem was ich meinen Kindern sage und wie ich BIN einen immensen Einfluss auf deren künftigen Blick auf das Leben habe.
    Das ist schon krass. Denn ich bin mittlerweile klar darüber, dass solche Konstrukte in unseren Köpfen wie „richtig“ und „falsch“, -„Lob und Tadel“, „Maßnahmen zur Erziehung“ sowas von überholt und dysfunktional sind für ein erfülltes Leben! Aber WIE um Himmels Willen setze ich das um, wenn das dreijährige den vierten Stuhl mit Kuli besudelt und der Junior mittags immernoch nicht aus seinen Zentner schweren Windeln raus will?
    Ich habe x Bücher gelesen und weiß, dass eine Möglichkeit ist, das Kind einfach da ab zu holen und wahr zu nehmen wo es steht. So zum Beispiel zur Dreijährigen zu sagen: du möchtest malen. Ich gebe dir ein Blatt Papier oder diesen Karton.
    Zum Sohn mit der herabhängenden stinkenden Windel: du möchtest die Windel jetzt lieber anlassen. Wir gehen raus und ich möchte dich anziehen. Dazu gehört die frische Windel.
    Mit Geduld und Spucke und der Aufgabe des inneren Widerstandes gegen das scheinbar widerspenstige Verhalten der Kinder, welches nach aktuellen Forschungen als Individuationsphase beschrieben wird, bewegen die Kinder sich auch meist in die Richtung, die man selbst vorsieht.
    Je mehr Druck,Widerstand und Emotionalität, umso dramatischer das Ende vom Lied und umso mehr Risse bekommt die Eltern -Kind- Bindung. Ha! Da ist sie wieder! Diese therapeuten Klausel! Wenn du dich menschlich verhältst und einfach keinen Nerv hast dem Widerstand in dir zu begegnen und das Alltagshirn dich hat, dann bist du dabei deine Beziehung zu deinem Kind kaputt zu machen.
    Dieser Anspruch es immer heil zu machen, immer „richtig“, den haben wir in aller erster Linie erstmal an uns selbst. Dabei können wir nicht immer raus aus unserer Haut.
    Der erste Schritt ist das Beobachten und Anerkennen dessen was IST ohne Bewertung:
    Aha. Ich habe gerade mein Kind angemault anstatt ihm einfach ein Blatt Papier zu geben.
    Der zweite Schritt ist die Anerkennung, dass es mir aufgefallen ist und das liebevolle mich selbst Umarmen! Dies ist meist der spannendste Part. Denn hier ist die Krux und das Paradox versteckt: wir suggerieren unseren Kindern Fehlverhalten. Weil wir tief in uns selbst denken wir verhalten uns falsch! Dann kommt die Selbstanklage: wie kann ich nur. Ich schlechter Mensch: und an diesem Punkt gilt es eben sich selbst zu lieben. Sich selbst mit Verständnis zu begegnen. Anstatt sich wieder zu erzählen: du depp! Schon wieder! Denn wenn wir uns mit Verständnis begegnen dann SIND wir Selbstliebe und leben diese den Kindern vor und kommen raus aus der Verurteilung, aus dem Denken es gebe richtig und falsch usw.
    Das Anerkennen des Verhaltens vor dem Kind ist ein nächster möglicher Schritt. ‚Mama hat sich geärgert. Dabei sehe ich, dass du malen möchtest und gebe dir jetzt ein Blatt.‘
    Ganz einfach: aussprechen was IST.
    Und dann: durchatmen!

    Zum Thema Atmen schreibe ich im nächsten Beitrag
    Bis dahin alles LIEBE

  • Hausgeburt

    Dies ist mein erster Blog Beitrag. Und dann gleich mit einem richtig spannenden Thema so finde ich. Am 29.1.19 ist der voraussichtliche Geburtstag unseres vierten Kindes. Soweit ist alles vorbereitet: Stubenwagen steht, kleinste Bodies sind gewaschen und fein säuberlich zusammen gelegt und nicht zuletzt: die Liste unserer Hebamme für die geplante Hausgeburt ist bis auf den ein oder anderen Punkt komplettiert. Ja das stimmt: wir wünschen uns eine Hausgeburt. Bisher konnte ich alle Kinder natürlich zur Welt bringen. Luna vor 10 Jahren in einem kleinen Geburtshaus am Bodensee, Mira und Béla in der Filderklinik. Mein Traum war immer eine Hausgeburt. Dieses Mal steht bisher nichts im Wege. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass der weibliche Körper genau weiß was zu tun ist und habe schon vor der ersten Geburt viel über natürliche Geburten gelesen und mich darauf eingestimmt mit den Wellen der Wehen zu gehen. Den Schmerz nicht zu fürchten, sondern willkommen zu heißen. Wer schon einmal geboren hat, weiß, dass das im Falle eines Prozesses einem Kind das Leben zu schenken sowas von unerwartet krass ist, dass es sich evtl. für die ein oder andere Mama wie eine Farce ließt. Die Schmerzen sind so enorm und gewaltig und nicht jedes Kind wählt den komplikationslosen Weg in diese Welt.
    Selbstverständlich sind mein Mann und ich dankbar, dass es die Möglichkeiten der modernen Medizin gibt und man heutzutage so viele Kinder zur Welt bringen kann, die sonst keine Chance hätten.
    Das ist eine Errungenschaft der modernen Zeit.
    Was wir allerdings schräg finden ist sowohl der Kontroll&Messmarathon während der Schwangerschaft sowie die Tendenz zu hebammenfreien Geburten.
    Ich möchte keine meiner Begleiterinnen vor, während und nach den Geburten missen und stehe generell für das Vertrauen in die Prozesse eines jeden Lebensweges. Was heißt das?
    Bei mir zeigte sich während dieser Schwangerschaft die Offenheit für diese Einstellung folgendermaßen: ich wusste schon beim positiven Test, dass ich diesesmal evtl zu meinem Hausgeburt Traum kommen werde. Ziemlich bald begab ich mich auf die Suche nach einer Hebamme und fand nicht mal eine fürs Wochenbett. Nach längerer Suche dann doch der Fund: ein Geburtshaus in Horb und eine Hebamme, die sofort sagte sie mache das mit mir! Ich war selig.
    Leider stellte sich Wochen später heraus, dass die Dame zur Rufbereitschaftszeit teilweise Urlaub hat und ich somit nicht sicher in ihrer Obhut wäre. Kurz war Enttäuschung in mir und dann aber gleich der Gedanke: okay es soll vielleicht nicht sein.
    Mit der Filderklinik hatten wir wirklich zwei schöne Erfahrungen und Spross 4 möchte in dem Fall vielleicht ebenso dort das Licht der Welt erblicken: ich konnte wieder loslassen.
    Ein paar Tage später traf ich eine Mama, die mir erzählte, dass sie drei Hausgeburten erleben durfte und empfahl mir ein Hebammen Trio in Reutlingen.
    Ich klickte mich direkt durchs Netz und fand meine jetzige Hebamme. Ein Anruf, ein Rückruf und wie ein Wunder im 7.Schwangerschaftsmonat ergab sich der Kontakt. Das ist schon sehr wundersam in so fortgeschrittener Schwangerschaft eine Hebamme für eine Hausgeburt zu finden 🙂
    Nun bin ich seither wundervoll begleitet!
    Ich genieße es rundum Gespräche zu führen von Frau zu Frau und von Mutter zu Mutter, in den Genuss von manuellen Testungen statt Apparaturen zu kommen und bei jedem Besuch der Hebamme im Vertrauen zu Baden, dass ich auf meinen Instinkt und meine Intuition hören darf!
    Was ich hier auch noch unbedingt erzählen möchte ist, dass so wie es für die ein oder andere Frau ein Rätsel bleiben wird weshalb ihr das Muttersein nicht vergönnt ist, so ist es auch für uns immer wieder eine Frage wie das Leben es grad bei uns so zahlreich vorgesehen hat Eltern zu sein. Denn a) hatte ich mit 14 bereits die Diagnose schiere Unfruchtbarkeit durch PCO (mein kompletter Unterleib war voller Zysten ohne genügend hormonproduzierendes Gewebe) und b) Hinterfragen wir in der ein oder anderen herausfordernden Situation unsere Fähigkeit all die Aufgaben, die uns Tag und Nacht zuteil sind, zu stemmen und das mit Liebe und Gelassenheit.
    Auch hier gilt es wieder und wieder das Vertrauen darauf zu spüren,dass wir genau in dieser Konstellation mit all den verantwortungsvollen Aufgaben am richtigen Platz sind.
    So wie jeder andere Mensch mit seiner Geschichte und seinen Themen genau das lebt was für ihn und seinen Lebensprozess vorgesehen ist.
    Ich möchte zum Schluss auch noch meiner Schwester danken: du hast mir solch ein großes Geschenk gemacht mit dem von dir organisierten und geleiteten Frauenfest. Wir haben ein Feld eröffnet, dass mich seither sehr trägt.
    Was heißt das? Meine Schwester (Psychologin und Achtsamkeitstrainerin) weiß um die Kraft der Schwesternschaft in Form von der Verbindung unter Frauen: in anderen Kulturen werden Schwangere durch eine Gemeinschaft getragen und begleitet auch während der Geburt und in der Zeit danach. Es gibt ein Volk, in dem es üblich ist, dass Mann und Frau bereits während sie miteinander schlafen und eine Seele einladen möchten durch sie auf die Erde zu kommen, ein bestimmtes Lied gemeinsam singen. Dieses Lied wird während der kompletten Schwangerschaft immer wieder gesungen und während der Geburt singen die Frauen des Volkes das Lied für Mutter und Kind.
    Meine Schwester hat am Tag des Frauenfestes durch Meditationen und Rituale ein Feld für mich, das Kind und meine Familie eröffnet, das mich begleitet: ich habe von jeder Frau eine Kerze geschenkt bekommen, die ich während der Geburt entzünden kann. Was für eine wundervolle Idee.
    So möchte ich generell dazu einladen die Begebenheiten und Prozesse des Lebens wieder mehr aus anderen Perspektiven und Ansichten heraus an zu gehen.
    Nicht nur in Bezug auf das Thema Schwangerschaft und Geburt.
    Grade zu allen Themen rund um Gesundheit, Partnerschaft, Mannsein, Frausein, Lebensgestaltung…
    Was für ein Gewinn aus den eingefahrenen Gedankenkonstrukten, gesellschaftlichen Normen und Ansichten aus zu brechen und völlig neue innovative geniale Wege zu finden diese kostbare Zeit hier zu gestalten.

    In diesem Sinne von Herzen alles Liebe und bis zum baldigen nächsten Blogbeitrag.
    Ines Börner